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Krefelder Architekturstudent (20) wird in Pro7-Show zum „besten Tänzer Deutschlands“
Majid gewinnt „Got to Dance“

Krefeld. In einem grandiosen Finale hat Majid Kessab unter den Blicken von 1,5 Millionen TV-Zuschauern die zweite Staffel von „Got to Dance“ (Pro7) gewonnen: Er setzte sich Donnerstagabend in der live aus Köln übertragenen Show gegen elf weitere Kandidaten durch. Von Jan Popp-Sewing

„Ich tanze für die Liebe, nicht für das Geld“, machte Majid gleich nach dem Gewinn klar: Einen Teil des 100.000 Euro hohen Preisgelds will er spenden, den Rest in seine Tanzschule Y.O.L.O. stecken, beziehungsweise sicher anlegen.

Majid studiert Architektur im dritten Semester, was auch auf seinen Tanzstil abfärbt: Er baut mit seinem Körper regelrechte Figuren. Er nennt diesen Tanz „MaGilla“. Tänzerisch viel zu verdanken hat er seinem Vater, der im Irak ein bekannter Folkloretänzer war. Von ihm hat sich Majid schon als Junge einiges abgeschaut. Die kurdische Familie kam nach Krefeld, als Majid drei Jahre alt war. Heute ist der 20-Jährige ein Musterbeispiel für gelungene Integration und ein international geachteter Top-Tänzer. .

Schon während der diversen Runden hatte Jurorin Nikeata Thompson klar gemacht, dass Majid ihr Favorit ist. Noch Sekunden vor der Entscheidung bekräftigte sie, wer den Preis verdient hat: „Majid!“

„Das ist Zeichensprache, das ist poetry emotion, das ist Tanz!“, so ihr Kommentar.

In einem Finale, das die ganze Faszination des Tanzes präsentierte – von emotionalen, geschmeidigen Solotänzen, über kraftvolle Gruppenchoreografien, traumhaften Duette bis zu humoristischen Bewegungskünstlern – überzeugte der Hip-Hopper die Zuschauer und wurde per SMS-Voting zum Sieger gekürt.

Majid stand zunächst als Teil einer einheitlich in Weiß gekleideten Fünfer-Gruppe auf der Bühne - alle hatten Majid-Masken auf. Daraus entwickelte der HipHop-Weltmeister zu orientalischen Beats seine Performance. Sympathisches Detail am Rande: Seine Mittänzer waren in der vorherigen Runde noch gegen ihn angetreten und hatten verloren. Jetzt tanzten sie im Team.

Die Siegesnachricht hat den Krefelder völlig überwältigt. Als er anschließend um eine Tanz-Kostprobe gebeten wurde, musst er erstmal laut schreien...

Emotionaler Dank an Krefeld

Nach der Show ist Majid nach Griechenland geflogen, von wo aus er seine 24.200 Facebook-Freunde gestern herzlich grüßte - und seine Heimat würdigte: „

Jetzt komme ich zu einer kleinen Stadt, die ca. 240.000 Einwohner hat. Eine Stadt die keiner kennt, außer man erwähnt Düsseldorf, eine Stadt mit Herz und Loyalität. KREFELD, meine Stadt, da, wo ich tanzen gelernt habe, da, wo aus Majid, dem kleinen Tänzer von der Modenschau, der Majid MAGILLA Kessab wurde. Ich danke euch aus tiefstem Herzen! Gestern hat ganz Deutschland gesehen, was wir drauf haben zusammen!“

(City Anzeigenblatt Krefeld II)