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Verkehrsunfallentwicklung 2015 in Krefeld: Mehr Unfälle, weniger Verletzte / Radfahrer im Fokus
„In Krefeld wird nicht gerast“

Radlerin (16) stirbt nach Zusammenstoß
Radlerin (16) stirbt nach Zusammenstoß FOTO: Samla.de
Krefeld. Polizeipräsident Rainer Furth und Karl-Josef Klauer, Leiter der Direktion Verkehr bei der Krefelder Polizei, präsentierten am Montag die Verkehrsunfallentwicklung 2015. Die Zahl der Unfälle auf den Krefelder Straßen stieg von 5443 in 2014 auf nun 5916. Aber: "Wir verzeichnen die geringste Anzahl an verunglückten Personen seit Bestehen der Unfallstatistik im Jahr 1953", berichtet Polizeidirektor Klauer. Von Jörg Zellen

Krefeld fällt in einer weiteren Kategorie positiv aus der Rolle: "Bei uns verunglücken im Pkw landesweit die zweitwenigsten Menschen." Lediglich Bochum kann dieses gute Ergebnis toppen.

Ebenfalls erfreulich ist der Rückgang der verletzten Radfahrer von 307 auf 261. "Diese Zahlen sind kein Zufall, sondern sie zeigen, dass unsere Bemühungen um die Sicherheit der Radfahrer fruchten", ist sich Karl-Josef Klauer sicher.  Als "Schweinerei" bezeichnet der bald scheidende Polizeidirektor die steigende Zahl an Fällen mit Unfallflucht. "Es ist erschreckend und moralisch fragwürdig, dass man nicht zu seinen Taten steht."

Übrigens: Innenminister Ralf Jäger erklärte am Montag in Düsseldorf, dass "Geschwindigkeit nach wie vor der Killer Nr. 1 im Straßenverkehr ist".  Karl-Josef Klauer sagt hingegen: "In Krefeld wird nicht gerast". In gerade einmal vier Prozent aller Fälle sei erhöhte Geschwindigkeit der Grund für einen Unfall. Als "Todsünden im Straßenverkehr" bezeichnet Klauer die beiden Hauptunfallursachen: Vorfahrt/Vorrang und Abbiegen/Wenden. Alkohol beim Fahrzeugführer war zu zwölf Prozent Hauptunfallursache. "Ein Verkehrsteilnehmer hatte 3,6 Promille", berichtet der Polizeidirektor kopfschüttelnd.

Weitere Details zur Verkehrsunfallentwicklung 2015 finden Sie am Mittwoch im Stadt Spiegel.